
Manches wirkt, als hätte es schon lange irgendwo gelegen.
Unter Farbe. Unter einer anderen Zeit. Vielleicht auch nur in unserer Vorstellung.
Etwas taucht auf, etwas fehlt. Zeichen werden lesbar und verlieren sich wieder. Eine Fläche erinnert plötzlich an einen Ort, eine Wand, einen Stoff, an etwas, das man einmal gesehen haben könnte.
Fundstücke beginnt dort, wo man nicht mehr genau weiß, ob man entdeckt oder erfindet.


In einem Garten war jeden Abend Musik zu hören, ohne dass jemand wusste, woher sie kam. Als sie eines Tages verstummte, blieb etwas von ihr in der Farbe zurück. Vielleicht sind es nur Zeichen. Vielleicht ist es noch immer ein Lied.
Ein Haus wird ausgeräumt. Fast alles ist schon fort, nur an einer Wand weigert sich die Vergangenheit, vollständig mitzugehen.
Jemand hat dort gelebt, ausgewählt, verändert, wieder verworfen. Jahre liegen übereinander, ohne sich ordentlich voneinander zu verabschieden.
Und plötzlich wirkt das Zurückgelassene nicht alt.
Nur anders.




Von Samarkand wurde schon erzählt, bevor viele wussten, wo es lag.
Von Gärten hinter hohen Mauern. Von Reisenden, die dort ankamen und anderen, die immer weiterzogen.
Vielleicht war die Stadt nie so, wie man sie sich vorgestellt hat.
Aber manche Orte brauchen keine Gewissheit, um zu existieren
Vielleicht waren es Verse. Vielleicht eine Erzählung. Vielleicht ein Mythos, der längst vergessen ist.
Man weiß es nicht.
Die Handschrift der Zeit lässt genau diesen Raum offen. Zwischen dem, was einmal gewesen sein könnte, und dem, was wir heute darin sehen.




Es könnte Stoff sein. Eine schwere Robe vielleicht, dunkel geworden mit den Jahren. Dazwischen Gold, nicht mehr makellos, aber noch da.
Vielleicht ist es auch nur diese eine Vorstellung, die sich für einen Moment festsetzt.
Etwas Kostbares war hier. Oder ist es noch.
Der Abend geht wie jemand, der den Rückweg längst kennt. Die Wege zweifeln nicht. Nur wir tun das. Am nächsten Morgen nennen wir seine Rückkehr Sonnenaufgang.

