Werkserien
Warum ich meine Kunst beschreibe: Die Serien sind keine Kategorien, sondern Denkräume, die über Jahre entstehen. Erst im Beschreiben zeigt sich, was eine Arbeit mit der nächsten verbindet.

01 — 6 Arbeiten
Fundstücke
Manches wirkt, als hätte es schon lange irgendwo gelegen. Unter Farbe. Unter einer anderen Zeit. Vielleicht auch nur in unserer Vorstellung. Etwas taucht auf, etwas fehlt. Zeichen werden lesbar und verlieren sich wieder. Eine Fläche erinnert plötzlich an einen Ort, eine Wand, einen Stoff, an etwas, das man einmal gesehen haben könnte. Fundstücke beginnt dort, wo man nicht mehr genau weiß, ob man entdeckt oder erfindet.
Manchmal sieht man etwas und glaubt, es zu kennen. Nicht genau. Eher so, als wäre man schon einmal daran vorbeigegangen. Vor langer Zeit vielleicht. Eine Wand. Ein Stück Stoff. Zeichen, die einmal etwas bedeutet haben könnten. Ein Weg. Eine Farbe, unter der noch etwas anderes liegt. Bei den Arbeiten aus Fundstücke interessiert mich genau dieser Moment. Ich muss nicht wissen, woher etwas kommt. Oft ist es sogar besser, es nicht zu wissen. Denn dann beginnt man selbst zu suchen. Man sieht genauer hin. Entdeckt Zusammenhänge, die vielleicht gar nicht da waren. Verwirft sie wieder. Und findet plötzlich etwas anderes.
Die Bilder erzählen deshalb keine fertigen Geschichten. Sie geben nur genug preis, damit eine entstehen könnte. Manches sieht alt aus, ohne wirklich alt zu sein. Manches wirkt vertraut, obwohl man es nie zuvor gesehen hat. Vielleicht erinnert es an einen Ort. Vielleicht an etwas, das man vergessen hat. Vielleicht auch an gar nichts Bestimmtes. Mich interessiert dieses Dazwischen. Der Augenblick, in dem eine Oberfläche mehr wird als Farbe und Material. Wenn man meint, darin etwas gefunden zu haben. Und nicht ganz sicher ist, ob es vorher schon da war.

02 — 8 Arbeiten
Was bleibt
Das Ende des Steinkohlebergbaus im Ruhrgebiet — was von Fördertürmen, Fassaden und Arbeitsspuren übrig bleibt. Die Serie sucht nicht das Denkmal, sondern den Rest: die Schicht, die eine Nutzung hinterlässt, wenn die Nutzung selbst verschwunden ist.

80 × 60 cm · 2024
Stahlblau und Rostrot, ein geometrisches Gefüge nach ehemaligen Förderbändern und Fassaden.03 — 5 Arbeiten
Grünzeug
Vegetative Spuren auf Oberflächen: Wachstum, Überwucherung, das Zurückkommen des Organischen. Was zuerst wie Zerfall aussieht, ist in dieser Serie der Anfang von etwas anderem.


70 × 50 cm · 2024
Eine organisch geschichtete Komposition in Grüntönen.
04 — 8 Arbeiten
Grenzzeit
Schwellen und Übergänge — Zustände, die weder das eine noch das andere sind. Die Arbeiten halten den Moment fest, in dem eine Entscheidung noch nicht gefallen ist.

80 × 80 cm · 2024
Dunkle konzentrische Kreise um eine augenähnliche Struktur, Schwarz, Grau und Gold mit laufenden Spuren.
05 — 5 Arbeiten
Geometrien der Stille
Geometrische Reduktion und bewusste Komposition — die Hammer Arbeitsphase seit 2024. Weniger Zufall, mehr Setzung: die Serie, in der die Rückkehr nach Hamm im Bild selbst sichtbar wird.

06 — 4 Arbeiten
Nebelräume
Unbestimmte, sich verschiebende Oberflächen, in denen sich die Form entzieht. Man sieht etwas — und kann nicht sagen, was es ist. Genau dort hört die Serie auf zu erklären.






