
Technik &
Materialien
Die Arbeiten entstehen in einem freskoinspirierten Schichtverfahren: Pigmente werden in Sumpfkalk gebunden und nass in nass aufgetragen. Was während des Trocknens geschieht, lässt sich nur bedingt steuern — Farben und Strukturen verändern sich noch, wenn die Hand längst weg ist.
Genau darin liegt die Methode der Intuitiven Prozessmalerei, die Ulf Obermann-Löwenstein an der Kunstschule Musebrink in Essen erlernt hat: Der Verstand tritt zurück, das Material entscheidet mit. Risse und Verluste werden nicht kaschiert, sondern integriert.
Auch die Farben stellt er selbst her. „Ich verwende nur Farben aus losen Pigmenten, so kann ich den Farbeffekt selbst steuern.“
Neun Materialien

Pigmente & Gesteinsmehl
Das Regal im Atelier: Dutzende beschriftete Gläser mit losen Pigmenten und Gesteinsmehlen.

Hämatit
Erdrotes Eisenoxid — der Ursprung aller Rottöne in den Arbeiten.

Antiktusche
Tiefes Schwarz, das sich beim Trocknen in die Kalkschicht einbrennt.

Marmormehl extraweiß
Gibt dem Sumpfkalkgrund Körper, Tiefe und ein mattes, kreidiges Licht.

Blattgold
In die noch feuchte Oberfläche eingelegt — es bleibt sichtbar, auch wenn es bricht.

Gaze & Tusche
Gewebe im Farbauftrag: die Struktur bleibt als Relief in der Schicht stehen.

Eingearbeitetes Textil
Stoff, der in die Malfläche eingebettet wird und sie von innen heraus verformt.

Pigment in Kasein
Der Moment vor der ersten Berührung — Pigment, in Kasein gebunden, auf dem Spachtel.

Spachtel & Farbschüttung
Auftrag und Schüttung: der Punkt, an dem die Kontrolle bewusst abgegeben wird.
Gearbeitet wird mit Pigmenten und Gesteinsmehl, mit Sumpfkalk und Marmormehl extraweiß, mit Hämatit, Antiktusche und Blattgold, mit Gaze und eingearbeitetem Textil.
