Die Mauern von Samarkand — 40 cm × 140 cm, 2026, von Ulf Obermann-Löwenstein

Die Mauern von Samarkand

Werkserie
Fundstücke
Werktitel
Die Mauern von Samarkand
Format
40 cm × 140 cm
Jahr
2026
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Von Samarkand wurde schon erzählt, bevor viele wussten, wo es lag. Von Gärten hinter hohen Mauern. Von Reisenden, die dort ankamen und anderen, die immer weiterzogen. Vielleicht war die Stadt nie so, wie man sie sich vorgestellt hat. Aber manche Orte brauchen keine Gewissheit, um zu existieren.

Niemand weiß mehr, wer zuerst von Samarkand erzählte. Vielleicht ein Händler, der nach Jahren zurückkehrte und behauptete, dort seien die Nächte heller als anderswo. Vielleicht eine Frau, die nie dort gewesen war und trotzdem den Weg kannte. Mit jeder Erzählung wurde die Stadt ein wenig größer. Es kamen Gärten hinzu, Innenhöfe, fremde Stimmen. Geschichten von Menschen, die aufbrachen und nicht zurückkehrten. Von anderen, die eines Morgens vor den Toren standen, ohne sagen zu können, wonach sie gesucht hatten. Und irgendwo waren diese Mauern. Sie hatten vieles gesehen und nichts davon bewahrt, jedenfalls nicht so, dass man es noch eindeutig lesen könnte.

Manchmal genügt das. Denn vielleicht sind die Orte, nach denen wir uns sehnen, gar nicht jene, die wir erreichen können. Vielleicht ist Samarkand einer davon.